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Zutat des Monats


Die Steckrübe -

Vom Brotersatz zum Wellnessgemüse

Bodenknöpfe, Bodenkohlrabi, Kabisrübe, Kulloche, Wruke, Hindenburg Knolle oder Dorsche. Hinter diesen teils skurril anmutenden Namen verbirgt sich eine enge verwandte des Raps, ein Wurzelgemüse, das fast in Vergessenheit geraten ist: die Steckrübe oder auch Kohlrübe genannt. Die große, rundlich oder leicht spitz zulaufende Rübe mit dem gelblichen Fruchtfleisch, ist jetzt im Spätherbst an den Marktständen und in den Gemüseauslagen zu finden ist.

Über die Jahrhunderte hinweg galt die Steckrübe als Arme-Leute-Essen und wurde vor allem in Notzeiten wegen ihres hohen Nährwertes auf den Speiseplan gesetzt. Im Zuge der Wiederentdeckung alter Gemüsesorten findet die erdige Knolle jedoch in jüngster Zeit wieder mehr Beachtung und wird nicht nur wegen ihrer Inhaltsstoffe, sondern auch wegen ihres Geschmacks immer mehr geschätzt.

Die Steckrübe - Nahrungsreserve in Notzeiten

Der Kriegsgeneration ist die Steckrübe eher in unangenehmer Erinnerung, war sie im Winter 46/47 wie schon 30 Jahre zuvor praktisch das einzig noch in gewissen Mengen verfügbare Grundnahrungsmittel. In diesen so genannten „Steckrübenwintern“, in denen selbst Kartoffeln Mangelware waren, diente die Steckrübe nicht nur als Basis für Suppen oder Eintöpfe (aus Wasser und Rüben), sondern wurde auch u.a. zu Brot und Kaffeeersatz weiter verarbeitet. Bedenkt man, dass auch Fett und Gewürze nicht oder nur in schlechter Qualität vorhanden waren, ist es wenig verwunderlich, dass die „Hindenburg-Knolle“ einen schlechten Ruf als fades, holziges Gemüse hatte, auf das in besseren Zeiten nur allzu gern verzichtet wurde.

Herkunft der Steckrübe - (fast) unbekannt

Die Herkunft der Kohlrübe ist nicht eindeutig nachgewiesen. Vermutlich handelt es sich um eine Kreuzung aus Herbstrübe und Kohlrabi, die im Mittelalter im westlichen Mittelmeerraum entstanden ist. Ihre Vorläufer standen schon bei den Griechen und vor allem den Römern auf dem Speiseplan.

Über die Jahrhunderte hinweg diente die Steckrübe vor allem der ärmeren Bevölkerung als Grundnahrungsmittel. Ihre Vorteile: Sie ist leicht anzubauen, lagerfähig und enthält viele satt machende Kohlehydrate. Das schlechte Image des Wurzelgemüses kommt also nicht von ungefähr. Die heute im Handel erhältlichen Sorten zeigen jedoch, dass die Knolle besser ist als ihr Ruf: mit ihrem süßlichen, leicht nussigen Geschmack eignet sie sich für weit mehr Zubereitungen als der allseits bekannte Eintopf.

Es gibt rund um die Steckrübe auch noch einen anderen Brauch, der in den vergangenen Jahre fast in Vergesenheit geraten ist: Bevor der Kürbis im Zuge des amerikanischen Halloween auch bei uns wieder seine Rennaissance erlebte, war es weit verbreiteter Brauch, zu St. Martin Fratzen und Gesichter aus Steckrüben zu schnitzen.

Inhalt: Prädikat wertvoll

Ernährungsphysiologisch betrachtet erhält die Steckrübe das Prädikat „wertvoll“: Sie ist das kalorienärmste unserer Knollengemüse und enthält reichlich Ballaststoffe. Zwar ist sie reich an Trauben- und Fruchtzucker – daher auch der süßliche Geschmack-, doch verhilft der hohe Wassergehalt von 84 % dazu, dass kaum Kalorien zu Buche schlagen. Ihre gelbe Farbe hat die Steckrübe durch den hohen Anteil an Carotinen, die ergänzt werde durch eine Reihe Vitamine – darunter vor allem Provatim A, Vitamine B1, B2 und C sowie weitere Mineralstoffe. Also eigentlich der ideale Nährstofflieferant für die dunkle Jahreszeit.

Um in den vollen Genuss dieser Wellnessknolle zu kommen sollten Sie beim Einkauf auf einige Dinge achten:

  • Möglichst kleine Knollen kaufen, da große Exemplare dazu neigen, holzig zu sein
  • Schimmelstellen oder grüne Auswüchse deuten auf mindere Qualität hin.
  • Ebenso ungünstig sind beschnittene Knollen. Qualitativ besser sind Exemplare mit Grün, das noch nicht welk sein sollte.
  • Im Gemüsefach sind Steckrüben 7-10 Tage haltbar. Danach muss mit Geschmackseinbußen gerechnet werden.

Steckrüben - Geschmackliche Vielfalt

Steckrüben kann man sehr vielseitig zubereiten: Ob klassisch als Eintopf oder Suppe, zu Püree verarbeitet oder gebraten. Junge Knollen eignen sich auch gut als Rohkost und können ähnlich wie Sellerie zubereitet werden. Als Gemüse kann man sie durch karamellisieren verfeinern oder würzig pikant zu einem Gemüse-Curry verarbeiten.

Holen Sie sich in unserem Culinarium doch ein paar Anregungen, wie Sie aus der erdigen Knolle ganz delikate Gerichte zaubern können, die mit Schmalhans als Küchemeister nicht mehr viel zu tun haben: Den klassischen Eintopf - mal vegetarisch, mal weissrussisch mit Fleisch; als Steak gebraten mit einer knusprigen Haselnusskruste (nicht nur für Vegetarier...); als Steckrübenpüree, das sich als mildwürzige Beilage zu Wild und Bratengerichten hervorragend eignet - ebenso wie die knusprigen Kräuterrösti, die als Vorspeise oder Imbiss auch mal ohne Fleisch auskommen. Und mit den Vitaminen, die im gemischten Rübensalat stecken, machen Sie dem Novemberblues den Garaus.

Die Steckrübe

Nahrungsreserve in Notzeiten

Herkunft der Steckrübe

Inhalt - Prädikat wertvoll

Steckrüben - Geschmackliche Vielfalt


Steckrübenrezepte

Rezepte für Steckrüben als Beilage

Kräuterrösti
Steckrübenpüree
Gefüllte Steckrübenkroketten
Gebackene Steckrüben mit Balsamico

Gemüserezepte und vegetarische Hauptgerichte

Rübencurry
Steckrübencurry mit Roten Linsen

Gebratene Steckrüben mit Zitrone und Fenchel
Panierte Steaks mit Cheddar und frittierten Zwiebelringen
Glasierte Steckrüben mit Orangensauce
Gefüllte Steckrübenkroketten
Steckrübensteaks mit Haselnusskruste

Steckrübensalate

Wintersalat mit gebratener Steckrübe
Gemischter Rübensalat
Steckrübensalat mit Eiern und Gürkchen

Suppenrezepte mit Steckrübe

Rübensuppe mit Ingwer und gerösteten Mandeln
Apfel-Steckrübensuppe
Gryshanka - Weißrussische Steckrübensuppe
Wintergemüsesuppe

Hauptgerichte mit Steckrübe

Schmortopf mit Lamm und Rüben
Beef Hash
Bunter Rübeneintopf

Steckrüben in Pasteten

Cornish Pasty
Thanksgiving Pie
Steckrübenpastete mit Zitronenkarotten

Süße Rezepte mit Steckrüben

Steckrübenconfit mit Apfel und Walnüssen
Würziger Rübenkuchen