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Gebäck glasieren

Selbst gebackene Plätzchen sind ein Genuss. Die zahlreichen im Handel und auf Weihnachtsmärkten erhätlichen Ausstechformen machen das Gebäck auch optisch zur Augenweide. Weitere Gestaltungsmöglichkeiten bekommt man, wenn man die Plätzchen nach dem Backen glasiert. Das schafft nicht nur optisch Abwechslung, sondern verleiht den Plätzchen auch zusätzliches Aroma.

Die hier vorgestellten Anregungen für Verzierungen eignen sich aber nicht nur für Plätzchen, sondern können gleichermaßen für anderes Gebäck oder für Kuchen eingesetzt werden.

Teil 1 - Glasuren

Teil 2 - Gebäck verzieren



Teil 1 - Glasur

Es gibt zahlreiche verschiedene Glasuren, die sich zum Überziehen von Gebäck eignen. Im Folgenden wird von der Pudzeruckerglasur, der einfachsten Variante, ausgegangen, die jedoch auch die vielseitigste ist, weil sie ganz unterschiedlich aromatisiert und eingefärbt werden kann. Weitere häufig verwendete Glasuren sind Kuvertüre (je nach Schokoladensorte weiß oder dunkel), Läuterzucker, Fondantglasur u.a.

Oftmals wird Gebäck auch einfach nur mit Konfitüre oder Gelee überzogen. Dieses "Aprikotieren" verleiht dem Gebäck nicht nur eine fruchtige Note, sondern einen besonderen Glanz. Hierzu wird meist Aprikosenkonfitüre verwendet (daher auch der Begriff), es kann aber prinzipiell jede Konfitüre oder auch Gelee genommen werde. (Dunkle Konfitüren nur für dunkles Gebäck nehmen). Die Konfitüre wird durch ein Sieb gestrichen und glatt gerührt (Gelee ein wenig erwärmen). Anschließend pinselt man sie auf das noch warme Gebäck. Wird Gebäck vor dem Glasieren aprikotiert, glänzt es mehr und die Glasur zieht nicht so leicht ein.

Puderzuckerglasur

Für eine Puderzuckerglasur wird einfach Pudzerzucker mit etwas Flüssigkeit glatt gerührt. So simpel die Zubereitung ist, sollte doch auf einige Dinge geachtet werden:

 

  • Flüssigkeitsmenge
    es wird nur sehr wenig Flüssigkeit benötigt, um den Puderzucker zu einer Glasur zu rühren. Schon wenige Tropfen können den Unterschied ausmachen zwischen einer zähen Glasur und dünnem "Zuckerwasser". Daher immer erst nur einen Teil der angegebenen Flüssigkeitsmenge zugeben und den Rest nach und nach tropfenweise zugeben, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

  • Dick oder dünn
    Wie dick die Glasur angerührt wird, ist Geschmacksfrage. Wer nur einen dünnen Überzug möchte, rührt die Glasur dünner an, wer einen dickeren, farblich intensiveren, aber damit auch süßeren Überzug möchte, nimmt weniger Flüssigkeit. Für mehrfarbige Effekte eignen sich am Besten mittelstarke Glasuren.

  • Glanz
    Besonderen Glanz erhält man, wenn man die Glasur mit heißer Flüssigkeit anrührt und auf das noch warme (nicht heiße) Gebäck streicht. Allerdings trocknet die Glasur so auch schneller auf und muss zügig verarbeitet werden. Bestimmte Farbeffekte sind dann nicht möglich.

  • Einfärben
    Die Glasur kann in verschiedenen Farben gefärbt werden. Hierzu kann Speisefarbe verwendet werden, dann verändert sich das Aroma nicht. Oder man verwendet natürliche "Farbstoffe", die gleichzeitig der Glasur auch ein besonderes Aroma verleihen (siehe nebenstehender Kasten).

  • Aromatisieren
    Statt mit anderen Flüssigkeiten kann man der Glasur auch (zusätzlich) mit Gewürzen oder anderen Aromen einen anderen Geschmack verleihen. Hierzu kann Zimt (siehe Kasten), aber auch andere Gewürze wie Lebkuchengewürz, Anis, Süßdolde, Ingwersaft etc. oder  Aromen wie Rosen- oder Orangenblütenwasser

  • Glasur als "Mörtel" und Basis für Zuckerornamente
    Eiweißglasur ist besonders fest und wird zum Zusammenkleben und Verzieren von Lebkuchenhäusern, aber auch für Hochzeitstorten verwendet. Hierzu 1 Eiweiß leicht verschlagen und mit 250 g Puderzucker verrührt. Durch Zugabe einiger Tropfen Wasser wird diese Glasur spritzfähig. Ornamente aus Eiweißglasur auf Backpapier spritzen und trocknen lassen. Erst nach dem Trocknen mit wenig Glasur auf dem Gebäck befestigen.
    Eiweißglasur kann auch mitgebacken werden.

  • Richtmengen
    Glasur aus 250 g Puderzucker reicht für einen Kuchen (26 - 28 cm Durchmesser). Bei Kleingebäck aus der gleichen Teigmenge rechnet man etwa die Hälfte mehr, bei Plätzchen das Doppelte.

Grundrezept:

250 g Puderzucker, 4-5 EL Wasser

Weiß:

  • Zitronenglasur (weiß): Zitronensaft, intensiver mit Zitronenöl
  • Orangenglasur (creme):
    Orangensaft
  • Rumglasur (weiß oder rosa / creme):
    Rum oder Rumaroma und Wasser; alternativ lassen sich auch andere Spirituosen wie Weinbrand, Likör, etc. einsetzen
  • Amarettoglasur (creme):
    Amaretto oder Bittermandelaroma und Wasser
  • Sahneglasur (intensiv weiß):
    flüssige Sahne

Braun:

  • Mokkaglasur (hellbraun):
    Espresso oder starker Kaffee
  • Kakaoglasur (dunkelbraun): 3 EL Kakao und etwas mehr Wasser
  • Karamellglasur (hellbraun): Zuckersirup oder Ahornsirup
  • Zimtglasur (hellbraun): 1 TL Zimt, mit MIlch oder Sahne statt Wasser anrühren
Rötlich:
  • Kirschglasur (rosa):
    Kirschsaft. Bei Verwendung von Kirschsirup bekommt die Glasur eine intensivere Farbe und intensiveres Aroma
  • Cassisglasur (violett):
    Cassissirup oder -likör
  • Punschglasur: Rotwein, nach Geschmack mit Gewürzen

Gelb:

  • Safranglasur:
    1 Döschen Safran in 1 EL heißem Wasser aufgelöst, mit heißem Wasser bis zur gewünschten Konsistenz ergänzen.

Grün:

  • Waldmeisterglasur: Waldmeistersirup

 

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