Goccus Beta Goccus Head

Zutat des Monats: Löwenzahn und Gänseblümchen


Kulinarische Vielfalt am Wegesrand

Jeder kennt sie, die Kinder lieben sie und manch Gärtner verflucht sie. Löwenzahn und Gänseblümchen gelten Vielen als "Unkraut", dass sich im eigenen Garten nur schwer eindämmen lässt. Doch die leuchtend gelben Blütenköpfe des Löwenzahns und die kleinen, weißen Sternchen des Gänseblümchen sind auch schöne Farbtupfer auf einem grünen Rasenteppich und locken nicht nur Kinder dazu, die Samenstände der Pusteblume in den Wind zu blasen oder aus den Blütenköpfen der beiden Blumenkränze zu flechten.

Im Frühling gehören sie zu den ersten Farbtupfern, die sich nach dem Winter zeigen und genau jetzt ist auch die Zeit, wo beide nicht nur ihre optischen Reize entfalten. Denn im großen Bruder Löwenzahn und seiner kleinen Schwester steckt noch mehr. Beide werden schon seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde genutzt und sind auch unter kulinarischen Gesichtspunkten wert, Beachtung zu finden.

Volksheilkunde

Nicht die Blüte, sondern Wurzel und Stängel finden in der Volksheilkunde Verwendung
Die Bedeutung der beiden Kräuter für die Volksheilkunde ist bereits seit dem Mittelalter bekannt. Beide wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus. Das Gänseblümchen ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, Bitter- und Gerbstoffen und Saponinen. Es hat genau so wie der Löwenzahn blutreinigende Wirkung und wird unter anderem bei Rheuma eingesetzt. Während beim Gänseblümchen Blüten und Blätter verwendet werden, sind es beim Löwenzahn vor allem der im Stängel enthaltene milchige Saft und die Wurzeln, die für die Heilkunde von Bedeutung sind.

Auch als Schönheitsmittel wurde der Löwenzahn den Frauen bereits vor Jahrhunderten an die Hand gegeben: ob der Saft, um Furunkelnt und Flechten den Kampf anzusagen oder mit dem Sud aus den Blütenköpfen Sommersprossen Einhalt zu gebieten. Das Destillat aus den Blüten hingegen wurde für einen strahlenden Blick und gegen gerötete Augen eingesetzt.
Ernte

 Löwennzahn und Gundermann am Wegesrand

Ernte und Anbau

Bei Gänseblümchen und Löwenzahn bedarf es keiner Tipps ihren Anbau im eigenen Garten zu fördern. Vor allem beim sehr hartnäckigen Löwenzahn ist eher bisweilen geboten, seine weitere Ausbreitung zu verhindern. Dies erreicht man dadurch, dass die Blütenstände abmäht, bevor sie die Samen gebildet haben. Da sich der Löwenzahn gut aus seiner Wurzel regeneriert, müsste er mitsamt seiner Pfahlwurzel entfernt werden, um einen Wiederwuchs zu verhindern.

Ernten sollte man Gänseblümchen und Löwenzahn wie alle Wildpflanzen nur an Stellen, die frei von Schadstoffbelastung beispielsweise durch Autoverkehr sind. Am Besten erntet man Blüter und Blätter an einem sonnigen Tag vormittags, wenn der Tau bereits abgetrocknet ist. Dann sind auch die Blütenköpfe geöffnet, die bei beiden Kräutern bei Regen oder Abends geschlossen sind.

Wer den bitteren Geschmack des Löwenzahn schätzt, kann auch zum Kulturlöwenzahn greifen. Diese alte Gemüsepflanze hat größere Blätte als ihre wilden Verwandten und ist bei uns häufig bei türkischen Lebensmittelhändlern zu finden.

Kulinarisches Vielerlei

Wildkräutersalat mit Löwenzahn und Brennnesseln
Gänseblümchen und Löwenzahn lassen sich ganz vielfältig in der Küche verwenden. Einen feinwürzigen Vitaminschub erhält man wenn man sie am Besten noch mit anderen Wildkräutern kombiniert als Salat serviert. Wem der Löwenzahn dabei zu bitter ist, kann die Blätter kurz mit warmem Wasser abwaschen und so den Geschmack mildern. Die Vinaigrette darf auch ruhig etwas kräftiger ausfallen: ob mit Senf oder Bärlauch - oder einem würzigen Karftoffel-Speck-Dressing. Die Blüten machen sich als essbare Dekoration sehr hübsch.

Ebenfalls optisch wie geschmacklich ein Genuss ist Blütenbutter, die mit Löwenzahnblüten eine warme, goldgelbe Farbe bekommt und der die Gänseblümchen einen leicht nussigen Geschmack verleihen. Unsere Grossmütter wussten noch aus den Löwenzahnblüten einen leckeren Sirup zu kochen, der je nach Konsistenz mit Wasser verdünnt als erfrischende Limonade oder auch als Honig genossen werden kann.

Schaumsüppchen von Frühlingskräutern
Sehr schmackhaft sind beide auch in einer Suppe, die wahlweise mit Kartoffeln, Sahne oder Joghurt gebunden oder als klare Kräutersuppe serviert werden kann, wie im Schaumsüppchen von Frühlingskräutern aus unserem Frühlingsmenü. Eine Alternative für die Pastafreunde ist Löwenzahnpesto, das nicht nur zu Spaghetti, sondern auch zu gedünstetem Fisch oder Tomaten ein aromatischer Begleiter ist.

Die Blätter des Löwenzahn lassen sich darüber hinaus zu einem schmackhaften Gemüse verarbeiten. Sie können ähnlich wie Spinat gedünstet, aber auch zu Aufläufen oder als Füllung beispielweise für Fisch- oder Kalbsröllchen verwendet werden. Hierfür eignen sich die großen Blätter des Kulturlöwenzahn besonders.