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Die Welt i(s)st eine Scheibe

Der Pfannkuchen - ein universales Gericht


Feiertag für eine schlichte Speise

Rezept Eierpfannkuchen
Rund und golden - der Pfannkuchen. Ein einfaches Rezept, das rund um den Globus beliebt ist.

Mehl mit Flüssigkeit zu einem Brei verrührt, häufig noch mit Ei verquirlt. Das Ganze dann in der Pfanne gebacken zu einem weichen Fladen. Heraus kommt eine Speise, die je nach Herkunft bezeichnet wird als Pfannkuchen, Palatschinken, Crêpes, Pancake, Pannekoeken oder einer von vielen anderen lokalen Bezeichnungen für dieses internationale Rezept.

So simpel dieses Gericht ist, so universal ist es gleichermaßen. Rund um den Globus findet man in fast allen Küchen Rezepte, die auf diese sehr einfache Zubereitung zurückgehen. Eng verwandt mit dem Fladenbrot ist es ein Ur-Rezept, das in unzähligen Varianten genossen wird: pur, gefüllt oder belegt, mal süß, mal herzhaft, zum Frühstück, als Beilage, zum Dessert oder als ganze Mahlzeit.

Jetzt im Februar wird dem Pfannkuchen besondere Ehre zuteil: ob Chandeleur oder Pancake Day - am Tag des Pfannkuchens dreht sich alles um die goldene Scheibe. Ein Grund, sich dem Pfannkuchen und seinen Verwandten einmal näher zu widmen.

Chandeleur - der Tag des Pfannkuchens auf französisch

Am 2. Februar, 40 Tage nach Weihnachten, ist Lichtmess - ein Tag, der in vielen christliche geprägten Regionen gefeiert wird und der gleichzeitig das Ende der Weihnachtszeit besiegelt. Wie bei anderen Festen auch, verbinden sich bei den unterschiedlichen Ritualen zu Lichtmess christliche Symbolik mit heidnischen Wurzeln. Und wie bei anderen Festen auch, gibt es häufig besondere Speisen, die in die Rituale eingebunden sind.

In Frankreich ist Lichtmess (Chandeleur) auch Tag des Pfannkuchens - oder, wie die Variante dieser Spezialität in Frankreich genannt wird: des Crêpe. An diesem Tag treffen sich Franzosen mit Freunden und Familie und genießen Crêpes in ihrer ganzen Vielfalt. Das Ritual verheißt Wohlstand für das kommende Jahr und reiche Ernte. Das Verspeisen von Pfannkuchen hat seinen christlichen Bezug in der traditionellen Speisung der Pilger. Jedoch gibt es auch heidnische Wurzeln des Brauchs, die im runden, goldenen Pfannkuchen ein Symbol für die Sonne und damit das Ende des Winters sehen. Wer es schafft, in der linken Hand ein Geldstück zu halten und mit der rechten Hand einen Pfannkuchen sauber in der Pfanne zu wenden, ohne dass dieser zu Boden fällt, der hat das ganze Jahr über Glück - so der französische Brauch.

Der Pancake Day und die Fastenzeit

Faschingsdienstag (auf englisch Shrove Tuesday) ist der letzte Tag der Faschingszeit. Damit ist er auch der letzte Tag vor dem Beginn der Fastenzeit, der vorösterlichen Bußzeit, die am Aschermittwoch beginnt. Traditionell werden in den Tagen vor Beginn der Fastenzeit besonders die Gerichte und Zutaten verspeist, deren Genuss in der Fastenzeit nicht mehr erlaubt ist. Das ist allem voran Fleisch, in vielen Regionen traditionell aber auch Milch, Eier und Fett (Schmalz, Butter, etc.), die als "flüssiges Fleisch" galten. Kein Wunder, wenn kurz vor der Fastenzeit die Vorratskammer geplündert wurde und alle jene Speisen auf den Tisch gebracht wurden, die jetzt noch gegessen werden durften. Neben Fleischgerichten sind es vor allem zwei Gruppen von Speisen, die man in unterschiedlichen Regionen als klassische Fastnachtsspeisen kennt: Im deutschsprachigen Raum aber auch in einigen osteuropäischen Ländern wie Polen oder Litauen, ist es Fettgebäck, das in ganz unterschiedlichen Rezept-Varianten an Karneval zuzubereitet wird. Dieser Brauch hat auch in vielen Sprachen Niederschlag gefunden, wenn es um die Bezeichnung der letzten Tage vor der Fastenzeit geht: regional gebräuchlich in Deutschland ist der Fettdonnerstag, den fetten Dienstag gibt es zum Beispiel in Frankreich (mardi gras,), in Italien (martedi grasso) oder in Schweden (Fettisdagen).

Im englischsprachigen Raum, besonders in Regionen mit anglikanischem oder lutheranisch-protestantischem Einfluss, hat sich die Tradition etabliert, den Faschingsdienstag dem Pfannkuchen zu widmen. Daher wird dieser Tag auch Pancake Tuesday oder schlicht Pancakeday genannt. Ob im Vereinigten Königreich oder Irland, in den USA und im englischsprachigen Kanada, in Australien oder Neuseeland und sogar in einigen Regionen Indiens oder auf den Philippinen: überall werden am Pancakeday bevorzugt Pfannkuchen verspeist, um die herum sich auch einige zum Teil kurios anmutende Rituale knüpfen.

Besonders gepflegt werden diese Rituale in Großbritannien. Dies reicht von Wettrennen, bei denen die meist weiblichen Teilnehmer eine Pfanne mit Pfannkuchen über die Ziellinie bringen müssen, über Pfannkuchen-Weitwurf bis hin zu Geschicklichkeitswettbewerben in Sachen kunstvollem oder hohen Pfannkuchen-Wenden. In Großbritannien, aber auch in Australien und Kanada ist es ebenfalls üblich, am Pancakeday den Verzehr von Pfannkuchen auf besonderen Festen damit zu verbinden, für soziale Zwecke zu sammeln.

Pancakeday und Chandeleur sind jedoch nur zwei Facetten der Esskultur rund um den Pfannkuchen. Mehr über seine Wurzeln und Geschichte, sowie über die zahlreichen, weltweit gepflegten Rezepte und Zuberereitungsvarianten erfahren Sie in Teil 2...


 

Pfannkuchen


Teil 1:
Pfannkuchentag - Feiertag für eine simple Speise / Regionale Bräuche

Teil 2:
Die Geschichte des Pfannkuchens / Historische Rezepte

Teil 3:
Pfannkuchen International I / Pfannkuchen Rezepte

Teil 4: Pfannkuchen International II / Tipps für den perfekten Pfannkuchen

 


 


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Besondere Bräuche

Rund um den Pfannkuchen gibt es einige lokale und regionale Bräuche, die zum Teil schon auf eine lange Tradition zurückblicken können. Hier eine kleine Auswahl


 

Pfannkuchenrennen - Olney

Die Legende sagt, dass am Faschingsdienstag 1445 eine Hausfrau rechtzeitig vor Beginn der Fastenzeit zum Verbrauch der dann verbotenen Zutaten Pfannkuchen für das Mittagessen backen wollte. Sie war mitten bei der Zubereitung, als die Kirchglocke zum Gottesdienst rief. Vor lauter Eile rannte sie noch mit Schürze und Pfanne bewaffnet in die Kirche.

Dieses Ereignis gilt als Geburtsstunde des Pancakeday und wird noch heute in einem jährlichen Rennen zelebriert. Teilnahmebedingungen: mindestens 18 Jahre, weiblich, mit Schürze, Kopfbedeckung und einem noch warmen Pfannkuchen in der Pfanne. Die Siegerin serviert den Pfannkuchen traditionell dem Glöckner der Kirche.

Greaze - Westminster School

Um 11 Uhr am Faschingsdienstag wirft der Koch einen riesigen Pfannkuchen über einen Balken. Die Schüler müssen versuchen, ein möglichst großes Stück von diesem Pfannkuchen abzubekommen. Der Sieger erhält einen Geldpreis vom Dekan.

Glücksbringer in Kanada

In einigen Regionen Kanadas ist es üblich, Münzen, Ringe oder andere symbolische Kleinigkeiten in den Teig einzubacken. Je nach gefundenem Objekt stehen Reichtum, Glück in der Liebe oder in anderen Bereichen ins Haus.